Gerät

Ein 115mm Winkelschleifer von Silverline.

Symptomatik

Das Gerät geht nur sporadisch an (fast nie), wenn es läuft macht es krachende Geräusche und stoppt abrupt beim ausschalten - statt auszulaufen.

Fehlersuche

Wenn ein so einfach aufgebautes Elektrogerät nicht mehr anspringt, dann sind die üblichen Verdächtigen die Kohlebürsten. Um an diese zu gelangen öffnen wir die seitlichen Abdeckungen mit einem passenden Kreuz-Schraubendreher.

Dann lösen wir noch die Schrauben der darunter liegenden Kohlehalterung und ziehen diese heraus. In diesem Fall war die Kohle an den Ecken abgebrochen, neue Kohlebürsten gibt es im Internet. Als Übergangslösung habe ich die Kohle mit einem Dremel mit Trennscheibe gekürzt.

Das könnte die Ursache gewesen sein warum die Flex nicht mehr zuverlässig anging. Bleibt das kratzende Geräusch und das abrupte Abbremsen. Kratzende Geräusche sprechend ganz allgemein für ein defektes Lager (Lagerschaden). Gelagert ist bei solchen Maschinen vor allem der Elektromotor. Um selbigen auszubauen müssen wir zuerst die Schutzabdeckung (3 Schrauben), und anschließend die Frontklappe (4 Schrauben) demontieren.

Auf dem rechten Bild sieht man schon den defekten Dichtring des Lagers (unter dem Kegelritzel, also dem kleinen kegelförmigen Zahnrad). Außerdem wurden bereits die Schrauben entfernt die den Alu-Kopf am Plastikgehäuse fixieren. Diese entfernen wir ebenfalls (4 Stück).

Beim Auseinandernehmen sollten die Kohlen schon entfernt sein! Sonst rutschen sie beim Herausziehen ab und werden womöglich beschädigt.

Übrig bleiben zwei Teile, einerseits das Plastikgehäuse mit dem Stator des Elektromotors und dem Handgriff, sowie den Alu-Kopf mit Rotor (Läufer). Am unteren Ende des Rotors befindet sich das erste Lager mit einer Gummihülle, in meinem Fall war dieses Lager noch in Ordnung. Um an das obere Lager zu kommen muss der Rotor aus dem oberen Teil entfernt werden.

Natürlich passt das Kegelritzel nicht durch das Kugellager, allerdings ist das Ritzel auch nur gesteckt und bleibt ohnehin im Aluteil zurück. Wichtig ist, dass sich zwischen Ritzel und Welle eine halbmondförmige Passfeder befindet, bevor also die Welle aus dem Lager gezogen werden kann muss auch die Feder entfernt werden. Dazu ziehen wir den Rotor ein Stück aus dem Lager, so weit dass sich das Ritzel nach oben vollständig abschieben lässt. dann entfernen wir mit einer Pinzette die Passfeder und ziehen anschließend den Rotor komplett aus dem Lager.

In meinem Fall war das Kugellager bereits soweit defekt, dass der Innen- und Außenring des Lagers bereits separiert waren und die Kugeln nach dem Ausbau im Fett zu finden waren.

Jetzt müssen wir noch die geschraubte Lagerhalterung entfernen und können dann das Lager, oder die Lagerreste mit einem einem Abzieher (Innenauszieher/Außenabzieher) bzw. einem Holzkeil und gezielten und vorsichtigen Schlägen von der Welle treiben.

Das obere Kugellager ist ein 6000ZZ (gewesen), also verbauen wir auch wieder ein solches. Zuerst in die obere Buchse einfügen, dazu evtl. das Gehäuse erwärmen falls nötig. Durch die Schrauben vom Anschlag lässt sich das Lager relativ einfach "einschrauben". Also Lager ansetzen, Anschlag drauf, Schrauben rein und abwechselnd eine halbe Umdrehung reindrehen. Bitte dabei das Blech nicht verbiegen.

Beim restlichen Zusammenbau unbedingt darauf achten dass dich das Ritzel nicht mehr einfügen lässt wenn die Welle des Rotos bereits vollständig im Lager steckt! Also wie beim Demontieren stückweise zusammenstecken und zwischenzeitlich das Ritzel oben montieren.

Problematisch ist dass beide Seiten des Lagers (Innen und Außen) relativ streng sitzen. Um das Lager nicht bereits beim Einbau zu beschädigen sollte das Lager also vorher erwärmt (nicht zu stark!) und der Stator gekühlt werden (im Plastikbeutel in den Gefrierschrank).

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